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Renaissance Laute mit 10 Saiten (einzel) für Continuo?

Verfasst: Mi 21. Jan 2026, 12:47
von Pachomius
Liebes Forum,

ich möchte gerne um eure fachliche Einschätzung bitten.

Ich singe und begleite mich auf der Gitarre bevorzugt bei evangelischen Kirchenliedern und orientiere mich dabei an vierstimmigen Choralbüchern. Seit einiger Zeit beschäftige ich mich zudem mit dem Basso Continuo auf der Gitarre, unter anderem mithilfe des Lehrbuchs von Peter Croton, und erlebe das Continuospiel als außerordentlich fruchtbar und musikalisch bereichernd.

Für Lauteninstrumente interessiere ich mich schon seit Längerem. Meine Gitarre spiele ich auf 415 Hertz und ohne Fingernägel. Im vergangenen Sommer hatte ich außerdem die Gelegenheit, mir eine Barocklaute auszuleihen und mir darauf die grundlegenden Spieltechniken anzueignen. Dabei bin ich für mich zu dem Schluss gekommen, dass die Barocklaute vermutlich nicht das richtige Instrument für mich ist. Zum einen bin ich mit der d-Moll-Stimmung nicht wirklich warm geworden, zum anderen entsprechen mir Einzelsaiten klanglich stärker als Chöre, zumindest im Hinblick auf die Continuobegleitung.

Mit der Gitarre bin ich grundsätzlich zufrieden. Besonders schätze ich ihre Tragfähigkeit und Lautstärke, etwa beim gemeinsamen Singen in Andachten mit vielen Menschen. Gleichzeitig vermisse ich seit der Rückgabe der Leihlaute den zarten und feinen Klang von Darmsaiten ohne Umwicklung. Hinzu kommt, dass die Gitarre keinen tiefen C- oder D-Ton zur Verfügung stellt, was beim Continuospiel ein Nachteil sein kann.

Vor diesem Hintergrund überlege ich, ob eine zehnsaitige Renaissancelaute mit Einzelsaiten bei 415 Hertz für mich ein geeignetes Instrument sein könnte. Eine Inspiration ist für mich unter anderem Thomas Dunford, der auf einer Erzlaute mit Einzelsaiten spielt. Um das Instrument spieltechnisch überschaubar zu halten, würde ich mich zunächst bewusst auf zehn Saiten beschränken. Historische Korrektheit ist für mich dabei nachrangig. Mir geht es vor allem um eine möglichst einfache und praktikable Möglichkeit, Continuo zu spielen, mit erweitertem Bassumfang und ohne umsponnene Saiten.

Bevor ich diese Idee weiter verfolge oder konkret nach einem Instrument suche, möchte ich gerne eure Einschätzung hören. Haltet ihr dieses Konzept für sinnvoll, oder seht ihr darin gravierende Nachteile oder Probleme, die ich derzeit möglicherweise übersehe?

Herzliche Grüße
Patrick